Was kostet Shopify eigentlich pro Monat? Diese Frage hören wir ständig von Händlern, die ihren ersten Shop planen oder von einer anderen Plattform wechseln. Die Antwort auf der Shopify-Preisseite klingt überschaubar, die Realität im laufenden Betrieb sieht anders aus. Als Shopify Agentur kalkulieren wir solche Projekte regelmäßig durch. Deshalb zeigen wir dir hier nicht nur die Pläne, sondern die echten Shopify Kosten Posten für Posten: von den Shopify Plänen über die Transaktionsgebühren und die versteckten monatlichen Kosten bis zur Umsetzung, dem Block, den fast alle Vergleiche weglassen.
Shopify Tarife 2026: Alle Preise im Überblick
Shopify arbeitet mit einem Abo-Modell. Bei jährlicher Zahlung gibt es rund 25% Rabatt auf den Tarif. Das sind die aktuellen Shopify Preise und Tarife 2026:
Der Starter-Plan für rund 5 € reicht für Social Selling und Link-in-Bio-Seiten, aber nicht für einen vollwertigen Onlineshop. Für einen eigenen Shop mit allen Funktionen brauchst du mindestens den Basic-Plan. Schon hier sind alle Kernfunktionen enthalten, unbegrenzt viele Produkte, alle Vertriebskanäle und kein Umsatzlimit. Ihm fehlen lediglich Mitarbeiterkonten, weshalb er vor allem für Einzelunternehmer passt.
Der Grow-Plan bringt bis zu fünf Mitarbeiterkonten und eine niedrigere Transaktionsgebühr mit, sinnvoll, sobald ihr im Team arbeitet oder der Umsatz spürbar steigt.
Advanced richtet sich an größere, internationale Shops mit hohem Volumen, bis zu 15 Konten, erweitertem Reporting und globalen Funktionen wie lokalen Storefronts.
Shopify Plus schließlich ist die Enterprise-Lösung mit individuell verhandeltem Preis, vollständig anpassbarem Checkout und nativem B2B. Die meisten Händler im DACH-Raum starten mit Basic und wechseln zu Grow, sobald der Monatsumsatz die Marke von rund 15.000 bis 20.000 € überschreitet.
Übrigens: Shopify lässt sich drei Tage kostenlos testen, danach gibt es in der Regel eine Aktion mit den ersten drei Monaten für je 1 €. Einen dauerhaft kostenlosen Plan gibt es nicht.
Zahlungs- und Transaktionsgebühren: der größte variable Posten
Die Shopify Gebühren pro Verkauf sind der Block, den Einsteiger am häufigsten falsch einschätzen, und ab einem gewissen Umsatz der größte Kostenfaktor überhaupt. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen zwei Arten.
- Zahlungsgebühren zahlst du immer, wenn ein Kunde bezahlt. Sie gehen an den Zahlungsanbieter und fallen unabhängig davon an, welchen du nutzt. Bei Shopify Payments liegen sie im Basic-Tarif bei rund 2,1% plus 0,30€ pro Online-Kreditkartenzahlung und sinken in höheren Tarifen auf 1,8% (Grow) bzw. 1,6% (Advanced).
- Transaktionsgebühren erhebt Shopify zusätzlich, aber nur dann, wenn du einen externen Zahlungsanbieter wie PayPal, Stripe, Mollie oder Klarna statt Shopify Payments nutzt. Sie betragen 2,0% (Basic), 1,0% (Grow) oder 0,6% (Advanced). Mit Shopify Payments entfallen sie komplett.
Was das konkret kostet, zeigt ein Beispiel: Bei 5.000€ Monatsumsatz und einem durchschnittlichen Bestellwert von 50€ hast du rund 100 Bestellungen. Mit Shopify Payments im Basic-Tarif zahlst du 2,1% von 5.000€ (105€) plus 100 mal 0,30€ (30 €), zusammen also rund 135€ allein für die Zahlungsabwicklung, jeden Monat. Würdest du denselben Umsatz über einen externen Anbieter abwickeln, kämen die 2% Shopify-Transaktionsgebühr (100€) sowie die Gebühren des externen Dienstes obendrauf. Deshalb fährst du mit Shopify Payments fast immer günstiger.
Versteckte monatliche Kosten: Apps, Tools und Pflicht-Posten
Neben Plan und Zahlungsgebühren fallen weitere monatliche Kosten an, die viele Händler erst nach dem Start entdecken. Gerade im deutschsprachigen Raum sind einige davon praktisch Pflicht. Die folgende Übersicht zeigt typische Posten und ihre Spannen:
Der Posten, den fast alle unterschätzen, sind die Shopify-Apps. Ein typischer Shop nutzt nach sechs Monaten zwischen drei und acht kostenpflichtige Apps. Ein Bewertungs-Tool wie Judge.me oder Loox kostet 15 bis 50€ im Monat, eine Cross-Selling-App wie ReConvert liegt bei 10 bis 30€, dazu kommen oft ein SEO-Tool, ein Backup-Service und ein Upsell-Widget. In Summe sind 50 bis 200€ im Monat schnell erreicht. Wir sehen regelmäßig Shops, die mehr für Apps zahlen als für den Shopify-Plan selbst.
Was kostet ein Shopify-Shop realistisch im Monat?
Weil die Kosten so individuell sind, hilft eine Einordnung nach Umsatzstufe. Die folgenden Richtwerte basieren auf realen Shops, mit Shopify Payments und einem durchschnittlichen Bestellwert von 50€ gerechnet:
Die Tabelle zeigt das Entscheidende: Mit steigendem Umsatz macht der Plan nur noch einen Bruchteil der Gesamtkosten aus. Ab rund 5.000€ Monatsumsatz sind die Transaktionsgebühren dein größter Kostenblock und können bei wachsenden Shops 60 bis 70% des Budgets ausmachen. Das ist kein Shopify-spezifisches Problem, denn bei WooCommerce oder Shopware zahlst du ähnliche Payment-Gebühren.
Auch die zeitliche Entwicklung ist typisch: Im ersten Monat zahlst du meist nur den Plan und ein bis zwei Pflicht-Apps. Ab Monat drei kommen weitere Apps dazu, weil du merkst, was dir fehlt. Ab Monat sechs stabilisiert sich das Setup, und die meisten Shops landen bei einer Monatssumme, die rund das 2,5- bis 3-Fache der reinen Plangebühr beträgt.
Nicht enthalten in diesen laufenden Kosten sind externe Dienstleister für Design, Entwicklung und Werbung sowie einmalige Investitionen wie ein Relaunch oder eine Migration. Genau dazu kommen wir jetzt.
Was ist nicht in den Shopify Kosten enthalten?
Shopify lässt sich in allen Tarifen sofort nutzen, einige Leistungen sind aber bewusst nicht im Preis enthalten:
- Domain und E-Mail-Adressen: gehören nicht zum Abo, beides bringst du selbst mit oder buchst es separat.
- Deutscher Telefonsupport: derzeit nicht verfügbar, in Basic und Grow läuft der Support über Chat und E-Mail.
- Rechtliche Beratung: Für rechtssichere Texte wie Impressum, AGB und Datenschutzerklärung brauchst du einen spezialisierten Dienst oder anwaltliche Unterstützung.
- Die Umsetzung selbst: also dass aus der Plattform ein fertiger, individueller Shop wird.
Setup und Entwicklung: der größte einmalige Posten
Hier liegt der Unterschied zwischen einem schnellen Standard-Shop und einem Verkaufskanal, der wirklich zu deiner Marke passt, und genau diesen Posten blenden die meisten Kostenvergleiche aus. Den Shop selbst aufzusetzen ist möglich und kostet vor allem Zeit. Sobald du aber individuelles Design, Schnittstellen zu ERP oder Warenwirtschaft, B2B-Funktionen oder Custom-Features brauchst, kommen Entwickler ins Spiel.
Freelancer liegen häufig bei 75 bis 150€ pro Stunde. Professionelle Agentur-Projekte werden als Festpreis nach einem Audit kalkuliert und starten je nach Komplexität meist im vierstelligen Bereich. In der Gesamtrechnung über die ersten zwölf Monate ist die Umsetzung damit oft der größte einzelne Kostenblock, deutlich relevanter als der Shopify Plan. Wie wir Projekte transparent und ohne Pauschalpreise kalkulieren, erklären wir auf unserer Seite zu Shopify Shop erstellen lassen.
Monatlich oder jährlich zahlen?
Shopify gibt bei jährlicher Zahlung 25% Rabatt auf die Shopify-Tarife. Das klingt nach einer klaren Sache, ist es aber nicht immer, denn der Rabatt gilt nur für die Shopify Pläne, nicht für Transaktionsgebühren oder Apps, und du zahlst den vollen Jahresbetrag im Voraus.
Unsere Empfehlung aus der Praxis: Starte monatlich. Wenn dein Shop nach drei bis sechs Monaten stabil läuft und du sicher bist, dass du bleibst, wechsle auf die jährliche Abrechnung. So sicherst du dir den Rabatt, ohne dich zu früh für zwölf Monate zu binden, denn Shopify erstattet bei vorzeitiger Kündigung keinen anteiligen Betrag. Spürbar wird der Jahresrabatt vor allem ab dem Grow-Plan.
Wann lohnt sich ein Tarifwechsel?
Ein höherer Tarif kostet mehr Grundgebühr, senkt aber die Gebühren pro Verkauf. Der Wechsel von Basic zu Grow rechnet sich rein über die Gebühren ab einem Monatsumsatz von etwa 18.000 bis 23.000€, je nach genauem Tarifpreis. Bis dahin fährst du mit Basic günstiger, darüber gleicht die niedrigere Kartengebühr (1,8% statt 2,1%) die höhere Grundgebühr aus. Den genauen Kipppunkt für deine Zahlen kannst du mit dem Kostenrechner weiter unten durchspielen.
Shopify Kosten senken: konkrete Strategien
Kosten zu optimieren heißt nicht, überall zu sparen, sondern unnötige Ausgaben zu erkennen und gezielt in das Richtige zu investieren. Diese vier Hebel funktionieren bei fast jedem Shop:
- Shopify Payments nutzen: Damit entfallen die zusätzlichen Transaktionsgebühren externer Anbieter, bei 10.000€ Monatsumsatz schnell 100 bis 200€ pro Monat.
- Mit kostenlosem Theme starten: Dawn und andere Shopify-Themes reichen für die meisten Shops. Ein Premium-Theme rechtfertigt sich erst bei spezifischen Anforderungen.
- Apps regelmäßig ausmisten: Drei aktive Apps mit klarem Mehrwert schlagen zehn installierte und vergessene. Viele Händler zahlen für Apps, die sie kaum nutzen.
- Jährlich zahlen, wenn du sicher bist: sichert die 25% Rabatt, am stärksten ab dem Grow-Plan.
Der größte Hebel langfristig ist aber nicht das Sparen, sondern die Conversion: Mehr Umsatz pro Besucher senkt die relativen Kosten je Verkauf deutlich. Wie das geht, zeigt unser Leitfaden zur Conversion-Optimierung für Onlineshops.
Fazit: Shopify Kosten realistisch kalkulieren
Shopify ist ab 36€ im Monat nutzbar, doch die ehrliche Kalkulation umfasst Plan, Zahlungs- und Transaktionsgebühren, Pflicht-Tools, Apps, Domain und die einmalige Umsetzung. Wer alle Posten einrechnet, vermeidet böse Überraschungen und stellt sein Budget planbar auf. Realistisch solltest du als Einsteiger mit rund 100€ im Monat plus Umsetzung rechnen, ein wachsender Shop mit 5.000€ Umsatz liegt eher bei 200 bis 250€. Die gute Nachricht: Die umsatzabhängigen Gebühren zahlst du nur, wenn auch Umsatz reinkommt, sodass die Kosten mit deinem Erfolg skalieren.
Autor
Mit über zehn Jahren Erfahrung im E-Commerce hilft Peyman Marken dabei, Shopify-Shops zu entwickeln, die nicht nur gut aussehen, sondern nachhaltig Umsatz bringen. Als Gründer von refrsh verbindet er technisches Shopify-Know-how mit einem klaren Blick für Conversion und Markenführung.
