Ein Hinweis vorweg: Wir sind eine Shopify-Agentur und haben damit eine Präferenz. Wir bemühen uns trotzdem um einen fairen, ehrlichen Vergleich.
Strato oder Shopify: das schnelle Urteil
Strato ist die richtige Wahl, wenn dir ein günstiger Einstieg wichtiger ist als langfristige Skalierbarkeit und du einen einfachen Shop mit kleinem Sortiment betreiben willst, eher hobbymäßig oder als erster Test.
Shopify ist die richtige Wahl, wenn du E-Commerce professionell und wachstumsorientiert betreiben willst: mehr Designfreiheit, ein riesiges App-Ökosystem, alle Zahlungsarten ab dem Einstiegstarif, Verkauf über Social Media und Marktplätze sowie eine Plattform, die ohne Systemwechsel mit dir mitwächst.
Für die meisten Händler mit ernsthaften Wachstumsabsichten ist Shopify die bessere Investition. Warum, zeigt der Vergleich im Detail.
Was ist Strato?
Strato ist ein deutscher Hosting-Anbieter mit Sitz in Berlin, der seit 2017 zur United Internet AG gehört (wie auch 1&1 und IONOS). Neben klassischem Webhosting, Domains und Cloud-Speicher bietet Strato einen Homepage-Baukasten mit integrierter Onlineshop-Funktion. Damit lässt sich ohne Programmierkenntnisse ein einfacher Webshop erstellen. Die Plattform richtet sich vor allem an Einsteiger und kleine Unternehmen. Die Tarife reichen von Basic (ab ca. 15 €/Monat) bis Ultimate (ab ca. 82 €/Monat).
Was ist Shopify?
Shopify ist eine cloudbasierte E-Commerce-Plattform aus Kanada, die von Grund auf für den Onlinehandel entwickelt wurde. Anders als bei einem Hosting-Anbieter mit Shop-Zusatz dreht sich bei Shopify alles um den Verkauf. Als SaaS-Lösung sind Hosting, Sicherheit, SSL und Updates immer inklusive, und alle wichtigen Commerce-Funktionen (Produktverwaltung, Bestand, Zahlungen, Marketing, Checkout) sind nativ an Bord. Millionen Shops weltweit nutzen Shopify, von kleinen Marken bis zu Namen wie Gymshark oder SNOCKS. Was Shopify grundsätzlich ausmacht, liest du in unserem Leitfaden zu Was ist Shopify.
Strato vs. Shopify: der direkte Vergleich
Strato vs. Shopify im Detail
Bedienung und Einstieg
Beide Systeme sind cloudbasiert und ohne Technikwissen bedienbar. Du wählst eine Vorlage, fügst Produkte hinzu und legst los, um Hosting und Updates kümmert sich die Software. Der Unterschied liegt in der Tiefe: Strato setzt auf maximale Einfachheit für kleine Projekte, Shopify verbindet denselben einfachen Einstieg mit einem leistungsstarken Theme-Editor und nahezu unbegrenzter Erweiterbarkeit. Du startest also gleich unkompliziert, stößt bei Shopify aber später nicht an dieselben Grenzen.

Design und Themes
Hier ist Shopify klar überlegen. Strato bietet zwar rund 130 Designvorlagen, davon sind aber nur etwa 30 wirklich für moderne Webshops geeignet. Shopify liefert über 120 ausschließlich für den Handel optimierte Themes, die alle responsiv und performant sind (nicht-performante Designs kommen gar nicht erst in den Store) und sich per Editor individuell anpassen lassen. Wer einen modernen, markentypischen Auftritt will, hat bei Shopify deutlich mehr Spielraum.
Produkt- und Variantenlimits
Strato begrenzt die Produktanzahl je nach Tarif, der günstigste Plan erlaubt etwa 500 Produkte. Shopify kennt keine Obergrenze. Bei den Varianten pro Produkt lag Shopify lange bei 100, hat das Limit inzwischen aber deutlich angehoben, sodass auch umfangreiche Konfigurationen abbildbar sind. Für die meisten Shops ist die Produktobergrenze von Strato die relevantere Einschränkung.
Apps und Erweiterungen
Der größte Unterschied. Strato bietet rund 30 Apps für Basisfunktionen, oft ohne Alternativen, und viele sind an teurere Tarife gebunden. Shopify hat mit über 8.000 Apps das größte Ökosystem im E-Commerce: für Buchhaltung, Marketing, Bewertungen, Mehrsprachigkeit, Fulfillment und nahezu jeden Anwendungsfall, häufig mit mehreren Alternativen zur Auswahl. Brauchst du eine Funktion, die das System nicht nativ mitbringt, findest du bei Shopify fast immer eine passende App.

Zahlungsarten
Bei Strato hängen die verfügbaren Zahlungsarten stark vom Tarif ab: Im günstigsten Paket gibt es nur PayPal, Kauf auf Rechnung und Nachnahme, weitere Methoden wie Kreditkarte oder Apple Pay lassen sich erst in höheren Tarifen (über Drittanbieter wie Mollie) ergänzen. Shopify liefert über Shopify Payments schon im Basic-Tarif alle wichtigen Methoden: Kreditkarte, Klarna, SOFORT, Apple Pay, Google Pay, PayPal und mehr. Da fehlende Wunsch-Zahlungsarten einer der häufigsten Gründe für Kaufabbrüche sind, ist das ein echter Vorteil.
Vertriebskanäle und Omnichannel
Mit Strato betreibst du in erster Linie einen klassischen Onlineshop, Anbindungen an Social Media, Marktplätze oder Kassensysteme sind nur eingeschränkt und meist erst in teureren Tarifen möglich. Shopify ist auf Omnichannel ausgelegt: Verkauf über Instagram, TikTok, Facebook und Pinterest, Listing auf Amazon und eBay sowie der stationäre Verkauf über Shopify POS sind bereits ab dem Einstiegstarif möglich und zentral in einem Admin verwaltbar.

Internationalisierung und B2B
Willst du über den deutschsprachigen Raum hinaus verkaufen, bietet Shopify mit Shopify Markets die Verwaltung mehrerer Länder, Währungen und lokalisierter Storefronts aus einem Backend. Für den Großhandel stehen auf Shopify Plus native B2B-Funktionen wie Firmenkonten, Preislisten und Zahlungsziele bereit. Strato bietet hier nur grundlegende Mehrsprachigkeit und keine nativen B2B-Features.
Support und Stabilität
Shopify bietet in jedem Tarif einen 24/7-Support per Chat, Mail und Telefon und überzeugt mit sehr hoher Verfügbarkeit, auch bei Lastspitzen durch Kampagnen. Bei Strato ist die 24/7-Hotline dem teuersten Tarif vorbehalten, in den übrigen Plänen ist der Support eingeschränkter. Gerade im E-Commerce, wo Ausfälle direkt Umsatz kosten, ist schneller Support ein wichtiger Faktor.

SEO
Shopify bringt solide SEO-Grundlagen mit: automatische Sitemaps, anpassbare Meta-Tags, saubere URL-Strukturen und schnelle Ladezeiten, ergänzt durch zahlreiche SEO-Apps. Strato erlaubt ebenfalls grundlegende SEO-Einstellungen, aber mit weniger Flexibilität. Für ambitioniertes SEO bietet Shopify mehr Potenzial. Wie du das ausschöpfst, zeigt unser Leitfaden zu Shopify SEO.
Kostenvergleich: Strato vs. Shopify
Auf den ersten Blick wirkt Strato günstiger. Der Unterschied relativiert sich aber, sobald du den Funktionsumfang einrechnest: Bei Strato zahlst du weniger, bekommst aber auch deutlich weniger.
Strato (Onlineshop-Tarife):
Shopify (jährliche Abrechnung günstiger):
Entscheidend ist das Preis-Leistungs-Verhältnis: Schon der Shopify-Basic-Tarif übertrifft den Funktionsumfang höherer Strato-Pläne deutlich, etwa bei Apps, Zahlungsarten, Marktplätzen und Mehrsprachigkeit. Funktionen, die bei Shopify ab dem Einstieg dabei sind, gibt es bei Strato oft erst in teureren Paketen oder gar nicht. Eine vollständige Aufschlüsselung findest du in unserem Artikel zu den Shopify Kosten.
Für wen eignet sich was?
Strato eignet sich, wenn du einen günstigen, einfachen Einstieg suchst, ein kleines Sortiment hast und (noch) keine großen Wachstums- oder Internationalisierungspläne verfolgst.
Shopify eignet sich, wenn du von Anfang an auf einer professionellen Plattform starten, langfristig ohne Systemwechsel skalieren, über mehrere Kanäle verkaufen, international expandieren oder B2B betreiben willst. Kurz: für alle, die E-Commerce ernsthaft betreiben.
Von Strato zu Shopify wechseln: so läuft es ab
Du bist bereits bei Strato, aber Shopify passt besser zu deinen Zielen? Ein Wechsel ist jederzeit und ohne Datenverlust möglich. In Kürze:
- Daten exportieren und importieren: Produkte, Kunden und Bestellungen lassen sich bei Strato als CSV exportieren und in Shopify importieren, bei größeren Sortimenten über spezialisierte Migrations-Apps. Eventuell ist etwas Nacharbeit bei Produktbildern nötig.
- Domain verbinden: Du richtest bei Strato einen A-Record auf die Shopify-IP ein und legst einen CNAME-Eintrag (z. B. `shops.myshopify.com`) an. Deine bestehende Domain bleibt also erhalten.
- SEO sichern: Da sich die URL-Struktur ändert, solltest du 301-Weiterleitungen von den alten auf die neuen Shopify-URLs setzen, damit Rankings erhalten bleiben.
Wie eine Shopsystem-Migration im Detail abläuft, zeigen wir am Beispiel von Magento in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Migration zu Shopify, das Vorgehen lässt sich auf Strato übertragen.
Fazit: Strato vs. Shopify
Strato ist eine solide, günstige Einstiegslösung für kleine Shops. Sobald es aber um Wachstum, Designfreiheit, Funktionsvielfalt, Multichannel oder Internationalisierung geht, ist Shopify klar die stärkere Plattform, und das schon ab dem Einstiegstarif. Für Unternehmen mit Perspektive ist Shopify die bessere Wahl.
Du willst von Strato zu Shopify wechseln oder direkt professionell auf Shopify starten? Wir bei refrsh begleiten dich von der Migration zu Shopify über das Shop-Setup bis zum Go-live, ohne Datenverlust und mit gesicherten Rankings.
Autor
Jakob ist Webentwickler bei refrsh und setzt Shopify-Projekte technisch um – von individuellen Themes bis zu maßgeschneiderten Funktionen. Sein Fokus liegt auf sauberem Code, Performance und Shops, die im Alltag zuverlässig laufen.
