Was ist Shopify POS?
Shopify POS ist das Kassensystem von Shopify für den stationären Verkauf. POS steht für „Point of Sale", also den Ort, an dem ein Kunde tatsächlich kauft. Während Shopify im Kern den Onlinehandel abdeckt, erweitert POS das Ökosystem um den Verkauf im Laden: in der Boutique, im Flagship-Store, auf dem Markt oder im Pop-up. Was Shopify grundsätzlich ist und wie das Shopsystem funktioniert, erklären wir dir ausführlich in unserem Leitfaden Was ist Shopify.
Der entscheidende Punkt: Shopify POS ist ein vollständig integrierter Verkaufskanal im selben Shopify-Admin wie dein Onlineshop. Produkte, Lagerbestände, Kundenprofile, Rabatte und Zahlungen sind kanalübergreifend synchronisiert. Du musst also nicht zwischen Online und Retail unterscheiden, sondern verwaltest beides an einem Ort. Die App läuft auf Tablet oder Smartphone und verbindet den Verkaufstresen direkt mit deinem Backend.
Shopify POS gibt es in zwei Varianten: POS Lite ist in jedem Shopify-Tarif enthalten, POS Pro bringt zusätzliche Funktionen für Teams, Filialen und Reporting. Welche Variante für dich passt, klären wir gleich.
Für wen lohnt sich Shopify POS?
Shopify POS lohnt sich für alle, die online und offline verkaufen und beide Welten verbinden wollen. Vier Vorteile stechen heraus:
- Nahtlose Verzahnung von Online und Retail: Ein Lagerbestand, ein Kundenstamm, ein Backend. Ein im Laden verkauftes Produkt reduziert automatisch den Online-Bestand, und Kundendaten fließen kanalübergreifend zusammen.
- Schneller Start: Die POS-App lässt sich mit wenigen Klicks als Verkaufskanal aktivieren. Kein separates System, keine langen Verträge. Ein Pop-up ist in wenigen Stunden verkaufsbereit.
- Skalierbarkeit: Vom ersten Stand bis zu hunderten Standorten wächst das System mit. Marken mit dutzenden Stores setzen Shopify POS für Filialnetze ein.
- Shopify Payments im Laden: Du nutzt dieselbe Zahlungsabwicklung wie online, inklusive Kartenzahlung, Apple Pay und Google Pay, mit einheitlichem Reporting.
Typische Einsatzszenarien sind der Einzelhändler mit Onlineshop und einer Filiale, die wachsende D2C-Marke, die ihren ersten eigenen Store eröffnet, oder das Unternehmen, das auf Messen und Events verkauft.
Shopify POS Lite vs. Pro: der Vergleich
Der wichtigste Unterschied liegt in den operativen Funktionen für Teams und mehrere Standorte. Viele starten mit Lite und steigen auf Pro um, sobald die Abläufe komplexer werden.
Kurz: Für einen einzelnen Verkaufspunkt oder ein gelegentliches Pop-up reicht Lite. Sobald du Mitarbeiterrollen, detaillierte Berichte, Inventuren am Gerät oder mehrere Filialen brauchst, führt an POS Pro kein Weg vorbei.
Was kostet Shopify POS?
Shopify POS Lite ist kostenlos, Shopify POS Pro kostet rund 79 Euro pro Standort und Monat. Die Gesamtkosten setzen sich aus drei Bausteinen zusammen: Software, Hardware und Zahlungsgebühren.
Software (Preise): POS Lite ist in jedem Shopify-Tarif kostenlos enthalten, ebenso die POS-App im App Store (iOS und Android). Kosten entstehen erst mit POS Pro: rund 79 Euro pro Standort und Monat bei monatlicher Zahlung, jährlich gezahlt etwa 59 Euro pro Standort und Monat. Pro lässt sich jederzeit hinzubuchen oder pausieren und 14 Tage kostenlos testen (Stand 2026, ohne Gewähr, aktuelle Preise im Shopify-Admin prüfen).
Hardware: Die größte variable Position. Vom Kartenleser für wenige Euro bis zum kompletten Kassentresen mit Drucker, Lade und Scanner ist alles möglich. Dazu gleich mehr.
Zahlungsgebühren: Pro Kartentransaktion fällt eine Gebühr an, ähnlich wie online. Mit Shopify Payments entfallen die sonst üblichen zusätzlichen Transaktionsgebühren externer Anbieter.
Ein einfaches Rechenbeispiel: Ein Laden mit einem Standort zahlt für die Software nur die rund 79 Euro POS Pro im Monat, dazu einmalig die Hardware (ein iPad plus Kartenterminal ab etwa 350 bis 500 Euro) und die laufenden Kartengebühren pro Verkauf. Für ein gelegentliches Pop-up mit dem kostenlosen POS Lite bleibt es bei Hardware und Transaktionsgebühren.
Shopify POS Hardware: was du wirklich brauchst
Shopify POS läuft auf handelsüblicher Hardware. Viele Händler starten mit einem vorhandenen iPad oder Android-Gerät und rüsten Schritt für Schritt nach. Diese Bausteine gehören zu einem typischen Setup im Laden:
- Tablet oder Smartphone als Bediengerät für die POS-App
- Kartenterminal für kontaktlose und chipbasierte Zahlungen
- Kassenlade für Bargeld und Wechselgeld
- Belegdrucker für Quittungen
- Barcode-Scanner für schnelles Erfassen
- Stabiles WLAN als Grundlage
Welche Hardware du wirklich brauchst, hängt vom Szenario ab. Für einen mobilen Marktstand reicht oft Smartphone plus Kartenleser, ein fester Kassenplatz im Store profitiert von Lade, Drucker und Scanner. Achte beim Kauf darauf, dass die Geräte offiziell mit Shopify POS kompatibel sind, und plane die rechtlich nötige TSE von Anfang an mit ein. Auf der Shopify-POS-Hardware-Seite findest du eine Übersicht über alle zertifizierten Geräte.
Shopify POS rechtssicher nutzen in Deutschland
Das ist der Punkt, an dem Shopify POS in Deutschland, Österreich und der Schweiz besondere Aufmerksamkeit braucht, und der Hauptgrund, warum viele Händler hier Unterstützung suchen. Für elektronische Kassen gelten strenge gesetzliche Vorgaben. Die wichtigsten:
Wichtig ist vor allem die TSE: Sobald dein System Barzahlungen erfassen kann, ist eine zertifizierte Technische Sicherheitseinrichtung Pflicht. Shopify stellt dafür eine eigene TSE-App bereit, die Transaktionen signiert, DSFinV-K-Exporte erzeugt und die TSE-Daten auf Belegen ausweist. In der Praxis erfordert das einige manuelle Schritte, weshalb es im DACH-Raum spezialisierte Drittanbieter-Apps gibt, die Tagesberichte, Kassenbuch und die ELSTER-Meldung automatisieren. Welche Lösung passt, hängt von Größe und Anzahl deiner Standorte ab.
Neu hinzugekommen ist die Kassenmeldepflicht: Seit 2025 müssen elektronische Kassensysteme samt TSE, Seriennummer, Inbetriebnahmedatum und Standort über ELSTER gemeldet werden, und Änderungen sind innerhalb einer Frist nachzumelden. Da sich rechtliche Details ändern können, ist das Thema gut mit der Steuerberatung abzustimmen. Wir richten Shopify POS auf Wunsch von Anfang an compliance-konform ein, damit eine Betriebsprüfung kein Risiko wird.
Shopify POS einrichten: Schritt für Schritt
Der Einstieg ist unkompliziert. Du brauchst kein IT-Team und keine lange Schulung.
- POS als Verkaufskanal aktivieren: Im Shopify-Admin unter „Vertriebskanäle" den Kanal „Point of Sale" hinzufügen. POS Lite ist in jedem Tarif enthalten.
- App installieren: Auf dem Gerät im App Store (iOS oder Android) „Shopify POS" suchen, installieren und einloggen. Das Gerät wird automatisch mit deinem Shop verknüpft.
- Produkte für den POS-Kanal freigeben: Nur Produkte, die dem Kanal „Point of Sale" zugewiesen sind, erscheinen an der Kasse. Das steuerst du im Admin über die Vertriebskanäle des jeweiligen Produkts.
- TSE einrichten: Die TSE-App von Shopify oder eine spezialisierte Drittanbieter-Lösung über den App Store hinzufügen und konfigurieren. In Deutschland ist dieser Schritt Pflicht.
- Hardware verbinden: In der POS-App unter „Einstellungen → Hardware einrichten" wirst du Schritt für Schritt durch die Kopplung von Terminal, Drucker und Co. geführt.
Danach kannst du verkaufen. Bestände, Umsätze und Kundendaten laufen ab dem ersten Verkauf zentral in deinem Shopify-Backend zusammen.
Shopify POS im Alltag: typische Routinen
Der wahre Test eines Kassensystems ist der laufende Betrieb. Diese Abläufe begegnen dir im Retail-Alltag immer wieder:
- Tagesabschluss: Am Ende des Tages schließt du die Kasse im POS, der Z-Bon wird erstellt und bei aktiver TSE automatisch signiert. Er ist die Grundlage für deine Buchhaltung.
- Retouren und Umtausch: Rückgaben wickelst du direkt am POS ab, über den Originalbeleg, das Kundenprofil oder manuell, inklusive Teilerstattung.
- Inventur: Artikel lassen sich per Scanner erfassen, zählen und abgleichen, mit POS Pro direkt am Gerät.
- Berichte: Umsätze, Mitarbeiteraktionen und Produktdaten stehen in Echtzeit zur Verfügung, am Gerät oder im Shopify-Admin.
- Team-Management: Mit POS Pro definierst du Nutzerrollen und Rechte, etwa wer Rabatte geben oder Rückgaben freigeben darf.
Viele dieser Routinen lassen sich über POS-Apps aus dem Shopify App Store automatisieren. Gängige Kategorien sind Loyalty- und Bonusprogramme (etwa Smile), TSE- und Buchhaltungs-Apps für die Rechtssicherheit sowie Tools für Schichtplanung und Mitarbeiterverwaltung. Gerade beim Tagesabschluss, beim Kassenbuch und beim Team-Management sparst du so spürbar Zeit und reduzierst Fehler.
Neu in 2026: POS-Updates aus der Spring Edition
Wenn du Shopify POS einsetzt oder planst, lohnt ein Blick auf die jüngsten Verbesserungen. Mit der Shopify Editions Spring 2026 kam Shopifys bislang schnellstes POS: Kundenanlage, Produkterfassung und Checkout sparen jeweils über eine Minute. Dazu kommen scanbare Rabatte per QR-Code, Retouren, Umtausch und Neuverkauf in einem einzigen Warenkorb sowie für Händler mit Shopify Plus den Multi-Entity-Verkauf über mehrere Standorte und Rechtsträger hinweg. Wer im stationären Handel verkauft, bekommt also spürbar mehr Tempo und Flexibilität an der Kasse.
Fazit: Shopify POS
Shopify POS ist längst mehr als eine simple Kassen-App. Es ist die Brücke zwischen deinem Onlineshop und dem stationären Verkauf, mit einem gemeinsamen Backend für Bestände, Kunden und Zahlungen. Für kleine Setups reicht das kostenlose POS Lite, wachsende Retail-Strukturen greifen zu Pro. Die eigentliche Hürde im deutschsprachigen Raum ist nicht die Technik, sondern die Rechtssicherheit rund um TSE, KassenSichV und Kassenmeldepflicht.
Genau hier setzen wir bei refrsh an: Wir richten dein Shopify-POS-Setup sauber ein und verbinden es mit deinem Onlineshop. Und falls dieser noch fehlt, kannst du dir deinen Shopify-Shop erstellen lassen und Online- und Ladenverkauf von Anfang an zusammen aufsetzen.
Autor
Mit über zehn Jahren Erfahrung im E-Commerce hilft Peyman Marken dabei, Shopify-Shops zu entwickeln, die nicht nur gut aussehen, sondern nachhaltig Umsatz bringen. Als Gründer von refrsh verbindet er technisches Shopify-Know-how mit einem klaren Blick für Conversion und Markenführung.
